Steht an der Theke, sagt wenig, vergisst nichts. Kennt jeden Stammgast beim Getränk, nicht beim Namen.
Max.
Die Kneipe
am Mittag.
Eine Kneipe, die mittags brennt — und nicht erst nach Feierabend.
Max hat 1994 die Schürze hinter die Theke gehängt und seither nicht wieder abgenommen. Drei Tische am Fenster, sechs im hinteren Zimmer, eine Küchenklappe, hinter der es nach Zwiebeln und Kümmel riecht.
Gäste kommen aus dem Rathaus gegenüber, vom Münsterplatz, vom Bauhof. Sie bestellen nicht, sie kommen zum Tagesgericht. Wer Karte braucht, bekommt eine; wer sie nicht braucht, bekommt Teller.
Keine Reservierungen für den Stammtisch — der hat seit 1996 dieselbe Ecke. Reserviert wird der Rest.
- Eröffnet
- Mai 1994, in einem ehemaligen Fleischerladen an der Mollistraße.
- Gedeckt
- 26 Plätze innen, acht Plätze auf dem Hinterhof im Sommer.
- Karte
- Drei Gerichte täglich. Kreidetafel. Freitags Fisch.
- Schank
- Rostocker Pils, Köstritzer Schwarz, Jever · 0,3 · 0,4 · 0,5 · Kurz.
- Barzahlung
- Ausschließlich — der EC-Automat wurde 2003 abgeschafft und vermisst.
Einen Tisch festhalten. Zwei Minuten.
Für Mittagstische, Geburtstage in kleiner Runde und Ausnahmezeiten am Wochenende. Wer den Stammtisch sucht — der reserviert sich selbst.
Für Gruppen über sechs Personen rufen Sie besser an. Max ist an der Theke.
Was heute dran ist.
Drei Leute. Eine Schürze.
Verantwortet die Soljanka, den Freitagsfisch und die Gewissheit, dass es um 12 Uhr dampft. Rezepte stehen nicht auf Papier.
Bringt Teller, wechselt Fässer, hört zu. Zieht am Donnerstag den Stammtisch auf, wenn Max nicht selber kommt.